Venus und Adonis in: Von Schönheit, Altersunterschieden und der Liebe im Freien

Lesen Sie abends im Bett noch einen Krimi? Da täten es auch die Metamorphosen von Ovid!

Wir präsentieren Ihnen ab heute fünf Folgen von „Verbrechen und Leidenschaft“, die optisch schön daherkommen.

Text: Christian Korte M.A., Rechtsanwalt und Sozialwissenschaftler, Mainz
Bild: Andrea Celesti, Venus und Mars/Adonis mit Amor, 1632

Hinweis: Die rechtlichen Bewertungen sind weder vollständig noch inhaltlich über fehlerhafte Subsumtionen und Wertungen erhaben, sie dienen allein dem Gedankenspiel und der Unterhaltung.

Jetzt aber Vorhang auf für “Venus und Adonis”

Es konnte fast nicht ausbleiben, dass Venus, als römische Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit quasi Expertin kraft Amtes, eines Tages auf ihn stieß: auf Adonis, den „Sexiest Man Alive“ der damaligen Zeit, wenn man so will. Wobei „man“ nicht so ganz treffend scheint, altersmäßig eher „boy“ oder Jüngling, dieser jedenfalls von blendender Schönheit. Der Kleidung entledigt, im Arme des Schönen sehen wir Venus auf dem Bild. Und da es den Berichten nach hierbei nicht blieb, sondern auch Handlungen folgten, die letztlich in der Vereinigung mündeten, steht so ganz unprosaisch der Vorwurf des „sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen“ im Raum.

Dass all dies im Freien passierte, was der Göttin wohl auch bewusst war, und es denkbar Menschen oder Gottheiten gab, die Zeugen des lustvollen Treibens wurden, so tritt in Tateinheit auch gleich noch die „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ hinzu.

Übrigens – auch die so putzig an ihren Beinen herumwuselnden kleinen Gottheiten sind nicht so ohne, wie es scheint. Stimmt nämlich die Erzählung, dass die beiden intervenieren, um Venus zu überreden, die Zuneigung des Adonis zu erwidern, machen sie sich möglicherweise der „Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger“ strafbar, was dann auch nicht ganz so göttlich erhaben scheint.

Nur Adonis kommt offenbar straffrei aus der Nummer heraus, gestandene Damen auch unkeusch zu umwerben, ist zumeist nicht strafbar, bleibt alles im Rahmen.