Unterrichtsmaterial zur Ausstellung “Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht”

„Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht – Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“. Allein der Ausstellungstitel lässt erkennen, dass Lehrende unmöglich den thematischen Bogen dieser Ausstellung mit Schülern nachvollziehen können. Diana Zunker, promovierte Historikerin und begeisterte Lehrerin für Bildende Kunst und Geschichte am Gutenberg-Gymnasium in Mainz, hat aus ihrer schulischen Erfahrung heraus Themen ausgewählt und dazu vielseitige Aufgaben entwickelt. Dabei merkt man nicht nur, dass sie eine begeisterte Lehrerin ist, die schon viele Projekttage unter anderem im Landesmuseum Mainz durchgeführt hat, sondern auch, dass sie an einer Kulturschule unterrichtet. Die Arbeitsblätter ermöglichen fächerübergreifendes Lernen und eine differenzierte Ansprache an Schüler*innen mit unterschiedlichen Stärken.

Für welche Klassenstufe ist das Material gedacht?

In Klassenstufe 7 ist das Mittelalter Thema, und die Aufgaben richten sich in Niveau und Sprache im Wesentlichen an diese Stufe. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, im Kunstunterricht oder mit älteren Klassen eingesetzt zu werden, denn die Zugänge zu den Objekten sind ganz unterschiedlich: Angeregt werden das Beschreiben der Artefakte, die Ausdeutung der Motive, der Vergleich und die Interpretation von Texten, das Übertragen von berichteten Ereignissen in die eigene moderne Lebenswelt, imaginierend oder als Standbild bzw. als Rollenspiel. Dafür ist die Begegnung mit dem Original sehr fruchtbar, aber nicht zwingende Voraussetzung.

Die Arbeitsblätter sind so konzipiert, dass Sie den Schülern ausgedruckt oder digital zur Verfügung gestellt werden können. Eine Bilderstecke mit allen Fotos in guter Auflösung für die Präsentation per Beamer oder auf einer digitalen Plattform gehört dazu.

Museumsbesuch und Corona

Wie können Sie das Unterrichtsmaterial für einen Museumsbesuch nutzen, wenn der Zugang zur Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ nicht möglich ist?

Anhand des Unterrichtsmaterials können Sie zentrale Fragestellungen rund um das Mittelalter bearbeiten, die wir bereits mit Gegenständen und Quellen verknüpft haben.

Als Ergänzung dazu können Schüler*innen selbstständig unsere Blogartikel zur Mitmach-Ausstellung „Ritter, Bauer, Edeldame“ lesen und Fragen dazu entwickeln. Diese Artikel behandeln den mittelalterlichen  Alltag aus dem Blickwinkel von Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Sie binden ebenfalls Exponate ein.

Fragen und Wünsche (etwa nach Fotos oder Quellen) zum Unterrichtsmaterial und zum Blog nehmen wir gerne entgegen, sprechen Sie uns an: Anmeldung.muspaed@gdke.rlp.de oder 06131 – 2857 143

Download der Materialien

Thema “Dezentralisierung” (16 MB)

Thema “Abzeichen und Rituale” (5 MB)

Wer hat das Unterrichtsmaterial entwickelt?

Diana Zunker, promovierte Historikerin und Lehrerin für Bildende Kunst und Geschichte am Gutenberg-Gymnasium in Mainz. 

 

“Solange ich mich erinnern kann, habe ich mich für Kunst und Kultur interessiert. Ich komme aus einem Ort mit reicher Geschichte, und da Karl der Große mehrere Male hier (auf der Eresburg, heute Marsberg) längeren Aufenthalt genommen hat, nehme ich stark an, dass er zu meinen Vorfahren zählt. Diese Abkunft teile ich wohl mit dem Rest Mitteleuropas.

Am Carolus Magnus Gymnasium in Marsberg hatte ich das Glück, einen beeindruckenden Leistungskurs in Geschichte bei Heiner Duppelfeld besuchen zu können – was mich wahrscheinlich in beruflicher Hinsicht verdorben hat: schon nach dem Abitur konnte ich mir nichts anderes vorstellen, als Lehrerin für Bildende Kunst und Geschichte zu werden.

Den Ausschlag für das Mittelalter gab damals ein Buch, das es in der Stadtbibliothek gab: Herrmann Hesse übersetzte Caesarius von Heisterbachs Geschichten aus dem Mittelalter. Also keine Ritter und Burgfräulein, sondern das pralle Leben im Mittelalter standen am Beginn meiner Beschäftigung mit dieser Epoche.

Nach Mainz kam ich dann wegen meiner zweiten Leidenschaft, der Bildenden Kunst. Hier gab es damals eine der besten Ausbildungen zur Kunsterzieherin. Und gleichzeitig hatte ich das große Glück, gleich in meinem ersten Proseminar in Mittelalterlicher Geschichte auf Professor Dr. Stefan Weinfurter zu treffen. Bei ihm wurde ich Hilfskraft und später in München Doktorandin.

Meine Regensburger Dissertation behandelt Adelsgeschichte im 12. und 13. Jahrhundert in Westfalen. Eine spannende Sache, auch wenn es sich etwas langweilig liest: Denn auch hier geht es um das Alltagsleben, um politische Entscheidungen nicht auf der höchsten, sondern der mittleren Ebene, um wichtige Aspekte der mittelalterlichen Gesellschaft und Kultur.

Das ist es auch, was ich meinen Schüler*innen zu vermitteln versuche: Was bestimmt menschliches Verhalten und Denken, in welchem Verhältnis stehen Gesellschaft und Kultur? Das heißt für den Geschichtsunterricht, dass es neben der Politik auch Bildquellen gibt und im Kunstunterricht die gesellschaftliche Entwicklung nicht fehlen darf. Es geht mir also immer auch um Kulturgeschichte und den Respekt gegenüber menschlichem Handeln.

Das meiste lerne ich dabei selbst von meinen Schüler*innen, nämlich die Offenheit auch für manchmal auf den ersten Blick abwegig scheinende Fragestellungen und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel – und gerade das macht eine offene und freiheitlich demokratische Gesellschaft doch aus?”

www.generationk.de

www.gutenberg-gymnasium.de/ggm/ich-will-ans-gutenberg/kulturschule

Beitragsbild: Reichskrone in der Ausstellung © Foto: Radek Brunecky; Ausstellungsgestaltung Holzer Kobler Architekturen