KiM-Digital zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Der Fall Karoline Weis

In den Jahren 1933 bis 1945 erwarben die Vorgängerinstitutionen des Landesmuseums Mainz – das Altertumsmuseum und die Gemäldegalerie der Stadt Mainz – auch Objekte aus Privatbesitz. Bei einigen dieser Objekte kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie von Verfolgten des NS-Regimes erworben wurden. Seit Dezember 2019 befasst sich unsere Provenienzforscherin Dorothee Glawe mit der Erforschung der Herkunftsgeschichten eben solcher Erwerbungen. Ziel der Untersuchungen ist es, möglicherweise oder eindeutig NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter im Bestand zu identifizieren. Die Grundlage für diese Forschungen bilden die Washingtoner Prinzipien, mit deren Unterzeichnung die Bundesrepublik Deutschland sich im Dezember 1998 dazu verpflichtet hat, Kulturgüter die in der NS-Zeit verfolgungsbedingt entzogen wurden zu identifizieren, deren rechtmäßige Eigentümer ausfindig zu machen und mit ihnen gerechte und faire Lösungen zu finden. Das Projekt läuft zwei Jahre und ist bereits das zweite seiner Art am Landesmuseum. Gefördert wird es vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste.

Heute am 27. Januar soll im Rahmen des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein aktueller Fall des Projekts vorgestellt werden. Die Recherchen hierzu sind noch nicht final abgeschlossen, doch schon jetzt liefern sie Einblicke in ein ganz persönliches Schicksal einer aufgrund ihres jüdischen Glaubens verfolgten Mainzerin. Karoline Weis war eine von Millionen durch das NS-Regime verfolgten Personen, denen wir am heutigen Tage gedenken wollen.