Inklusion mal anders: Sehen mit den Händen

Inklusion ist, wenn alle Menschen an einem Erlebnis teilhaben können. Aber die Teilhabe am kulturellen Leben wird in Politik und Gesellschaft immer noch als Ergänzung zu den Grundbedürfnissen gesehen. Sie gilt als wünschenswert – aber für ein glückliches Leben nicht zwingend erforderlich. Folglich ist Inklusion im Museum nur eines von vielen Arbeitsfeldern und keine Prämisse.

„Barrierefreiheit“ ist in vielen Museum ein Thema, meint aber meistens nicht mehr als die barrierefreie Mobilität in Museen. „Menschen mit Beeinträchtigungen“ sind vielfältig. Sie werden von Museen als Zielgruppe gesehen, aber sie kommen aus verschiedensten Gründen nur selten ins Museum und Angebote für sie sind mit einem besonderen Aufwand verbunden, auch finanziell. Zielgruppenpolitik „lohnt sich“ also an dieser Stelle nicht.

Wir stellen diese Bedingungen deshalb einmal auf den Kopf:
Was passiert, wenn ein Angebot so konzipiert ist, dass es alle Menschen nutzen können, Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und auch ohne?
Gibt es einen so genannten „Mehrwert“, wenn eine Kunstvermittlerin ein Folientastbuch in die Hand bekommt, gemacht für Menschen mit starker Sehbehinderung, nutzbar für alle Menschen, die tasten können?

Hier kommt unser kleiner Selbstversuch.