Die Tripolitanerin trösten

Emy und wir – Tag 1

Montags lernten wir die Kunstwerke von Emy Roeder kennen und stellten fest, dass ihre Figuren, obwohl sie kaum Mimik zeigen, trotzdem mit uns kommunizieren. Emy stellt nicht präzise Emotionen dar, sondern lässt diese dezent in ihre Zeichnungen und bildhauerischen Elemente mit einfließen, was wir persönlich als sehr schön empfanden. Anschließend besuchten wir Emys Bronzefigur „Stehende Tripolitanerin“ am Rhein und versuchten in Fotos festzuhalten, wie unsere Gruppe diese Figur integriert oder ausschließt. Auch versuchten wir die Haltung der Figur nachzuahmen, um daraus zu schließen, wie sie sich fühlt und an was sie denkt.

Nach einer gemütlichen Mittagspause redeten wir über das Thema Schönheit und schauten uns an, wie Frauen in Ratgebern und Modezeitschriften dargestellt werden. Die Überschrift „Make-up Auftragen macht man nicht für andere, sondern für sich selbst“, macht uns besonders nachdenklich, da wir dieser Aussage grundsätzlich zustimmen, aber wir persönlich glauben, dass die Mehrheit es trotzdem für andere tut. Aus diesem Grund schminkten wir uns selber, aber nur eine Gesichtshälfte, um den Unterschied genauer zu erkennen. Dabei entstanden inszenierte Fotos, wobei uns auffiel, dass wir die spontanen Bilder persönlich ansprechender finden, weil sie nicht gestellt und damit natürlicher sind.